Schnell, sicher, Pedelec



09.04.2018

Schweißtreibend treten oder sich beim Treten helfen lassen? Immer mehr Radler mit wenig Zeit und Kraft, aber viel Spaß an der Sache entscheiden sich für den motorisierten Rückenwind. Pedelecs (Pedal Electric Cycle) boomen.


Rund 3,5 Millionen der bis zu 25 Stundenkilometer schnellen Fahrräder, die bei Tretbewegungen von einem kleinen Elektromotor unterstützt werden, düsen derzeit in Deutschland. Das sind 25 Prozent mehr im Vergleich zum Vorjahr. Tendenz steigend.

Der Spaß ist allerdings nicht ganz ungefährlich: Von Januar bis Oktober 2017 verzeichnete das Kraftfahrt Bundesamt 4 657 Unfälle mit Personenschaden, an denen Pedelecs beteiligt waren – ein Anstieg um 30 Prozent zum Vorjahreszeitraum.

Die Zahlen schrecken auf, sind aber laut Deutschem Verkehrssicherheitsrat (DVR) auch auf den hohen Zuwachs zurückzuführen.

Und dennoch: Wer sich jetzt im Frühling erstmals auf die starken Leisetreter schwingt, sollte einiges beachten. Fakten zur Technik, zu den Verkehrsregeln, zum Fahrverhalten und sicheren Transport mit dem Auto.

Wer einmal radeln kann, der hat auch mit dem Pedelec keine Probleme, richtig?
Vorsicht: Pedelecs sind schwerer und je nach eingestellter Unterstützungsstufe auch schneller als herkömmliche Räder. Das Risiko, aus der Kurve zu fliegen oder beim abrupten Bremsen vom Rad zu fallen, ist demzufolge um ein Vielfaches größer. Viele Senioren sind damit überfordert. Der DVR empfiehlt, besonders vorsichtig zu fahren und nicht unnötig zu beschleunigen. Es sollten grundsätzlich beide Bremsen gleichzeitig genutzt werden. Bei der Gefahrenbremsung ist die Vorderbremse kräftig, aber gleichzeitig gefühlvoll gefragt.

Was kann man tun, um den sicheren Einstieg in die Pedelec-Welt zu schaffen?
Üben. Das kann am Wochenende auf einem leeren Parkplatz sein oder geschult während spezieller Fahrsicherheitstrainings, die der Allgemeine Deutsche Fahrrad-Club, örtliche Verkehrswachten und der DVR anbieten.

Gelten für die flotten Begleiter andere Verkehrsregeln?
Nein. Weil sie als Fahrrad zählen, darf mit ihnen auf dem Radweg gefahren werden und in Begleitung eines Kindes bis zum achten Geburtstag auch auf dem Gehweg. Es sind weder Zulassung  noch Führerschein erforderlich. Ebenso ein Helm – auf diesen sollten die Radler aber schon zur eigenen Sicherheit keinesfalls verzichten.

Anders sieht es bei den S-Pedelecs aus: Sie brausen mit maximal Tempo 45 und benötigen ein Versicherungskennzeichen sowie den Führerschein Klasse AM, der auch Bestandteil der Klasse B ist. Sie dürfen Radwege nicht benutzen. Es sei denn, sie sind dafür mit Verkehrszeichen freigegeben.

Mit zirka 25 Kilogramm sind Pedelecs eine kleine Wucht. Passen die Schwergewichte noch ans Auto?
Und ob. Weil die Elektroräder nicht nur schwer sind, sondern in der Regel auch breitere Reifen und längere Radstände haben, müssen allerdings spezielle Träger her. Für den Transport am Heck  – nur da sind maximal zwei Pedelecs gut aufgehoben – wird eine Anhängerkupplung mit Prüfsiegel benötigt, deren Stützlast das Gesamtgewicht des Trägers plus die maximale Zuladung nicht überschreiten darf.

Akku und Bordcomputer sollten vorher abgenommen und sicher im Auto verstaut werden. Komfortabel sind spezielle Laderampen. Damit ist schweres Heben passé. Und mit leichtgängigen, weit ausladenden Rollenauszügen kommt man auch noch bequem an die Heckklappen von Wohnmobilen und Vans.

Und wie hält man das Herz des Pedelecs – den Akku – lange am Laufen?
Hersteller wie Bosch empfehlen, die Stromlieferanten trocken, bei 15 bis 20 Grad Celsius und nicht in direkter Sonne zu lagern. Der ideale Ladezustand liegt bei 30 bis 60 Prozent. Zum Reinigen genügt ein feuchtes Tuch. Hände weg von Hochdruckreinigern.

Mit sogenannten Reichweiten-Assistenten, die unterschiedliche Faktoren berücksichtigen, kann übrigens ermittelt werden, wie lange der Akku durchhält.

Quelle: www.kfzgewerbe.de
Bild: MEV Verlag GmbH


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