Der Trend der vergangenen Jahre hält an: Auch 2024 gab es deutlich weniger Arbeitsunfälle auf dem Bau als im Vorjahr. Das geht aus den Statistiken hervor, die die Berufsgenossenschaft der Bauwirtschaft (BG BAU) Mitte Juli veröffentlicht hat.
2024 gab es in der Bauwirtschaft und den baunahen Dienstleistungen 91.813 meldepflichtige Arbeitsunfälle. Das sind 4.340 bzw. 4,5 Prozent weniger als im Jahr 2023. Die aktuellen Zahlen bestätigen damit den erfreulichen Trend der vergangenen Jahre: 2020 wurden noch knapp 104.000 Unfälle registriert. Auch die Tausend-Personen-Quote (TPQ), die die relative Unfallhäufigkeit pro 1.000 Vollzeitbeschäftigte abbildet, sank: Sie liegt für 2024 bei 43,76. Im Vorjahr lag sie noch bei 44,55, 2020 gar bei 49,8.
„Der Rückgang der Unfallzahlen zeigt, dass Prävention wirkt und in den vergangenen Jahren viel erreicht wurde“, kommentiert Michael Kirsch, Hauptgeschäftsführer der BG BAU, die aktuelle Statistik. Das dürfe aber niemanden in Sicherheit wiegen. Im Branchenvergleich verunglückten in der Bauwirtschaft immer noch überdurchschnittlich viele Menschen“, so Kirsch. Auch endeten viele Unfälle mit schweren oder sogar tödlichen Verletzungen. „Das zeigt: Es reicht nicht, die Regeln zu kennen – sie müssen auf der Baustelle auch konsequent angewendet werden.“
In der Tat ist die Zahl der tödlichen Unfälle zuletzt leicht angestiegen. So kamen im vergangenen Jahr 78 Menschen durch einen Arbeitsunfall am Bau ums Leben – zwei mehr als im Vorjahr. Allerdings wurden 2020 noch 97 tödliche Unfälle registriert.
Während die Arbeitsunfallzahlen seit Jahren kontinuierlich sinken, erreichen die BG BAU von Jahr zu Jahr mehr Verdachtsanzeigen auf eine Berufskrankheit. Auch 2024 verzeichnet sie im Vergleich zum Vorjahr erneut einen Anstieg: Insgesamt gingen 21.061 Verdachtsmeldungen ein, 1.403 mehr als 2023. Dies entspricht einem Anstieg um 7,1 Prozent.
Die im Jahr 2024 am häufigsten gemeldeten Berufskrankheiten sind Lärmschwerhörigkeit (4.946), Hautkrebs durch die ultraviolette Strahlung der Sonne (3.071), bandscheibenbedingte Wirbelsäulenerkrankungen (2.080), Verschleißerkrankungen des Kniegelenkes (1.748) und Lungenkrebs in Verbindung mit einer Asbeststaublungenerkrankung (1.313).
„Dass uns seit Jahren immer mehr Anzeigen auf eine beruflich bedingte Erkrankung erreichen, liegt unter anderem an der höheren Lebenserwartung, mit der auch das Erkrankungsrisiko steigt, und an einer zunehmenden Sensibilisierung in der Bevölkerung“, erläutert Michael Kirsch. „Umso wichtiger ist uns, weiterhin aufzuklären, wie sich Berufskrankheiten verhindern lassen. Mit den richtigen Maßnahmen und der richtigen Einstellung können wir die Zahl der beruflich bedingten Erkrankungen am Bau nach unten bringen und vor allem viel Leid bei Betroffenen und Angehörigen vermeiden.“
Bundesinnung und Bundesverband Gerüstbau begrüßen die erneut gesunkenen Unfallzahlen. „Seit vielen Jahren unterstützen wir unsere Mitglieder beim Thema Arbeitsschutz – mit Veranstaltungen und Seminaren, wie zum Beispiel den Eigenüberwacherschulungen, sowie dem eigenen Arbeitsschutzsiegel ASS-Gerüstbau“, betont Geschäftsführerin Sabrina Luther. „Wir freuen uns sehr, dass dieses Engagement Früchte trägt.“
Quelle: Bundesinnung für das Gerüstbauer-Handwerk
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