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BSI und ZDH stellen das IT-Grundschutzprofil für Handwerksbetriebe vor

01.04.2019

Im Rahmen des 3. Cyber-Sicherheitstags für Handwerksbetriebe wurde auf einer gemeinsamen Pressekonferenz von Bundesamt für Sicherheit in der Informationstechnik (BSI), Zentralverband des Deutschen Handwerks (ZDH), Kompetenzzent-rum Digitales Handwerk (KDH), hessischem Digitalministerium und Handwerkskammer Frankfurt-Rhein-Main das „IT-Grundschutzprofil für Handwerksbetriebe“ und der dazugehörige Routenplaner vorgestellt.


Der 3. Cyber-Sicherheitstag für das Handwerk war eine gemeinsame Veranstaltung der Allianz für Cyber-Sicherheit, des Kompetenzzentrums Digitales Handwerk und der Handwerkskammer Frankfurt-Rhein-Main. Er diente dem gemeinsamen Austausch und der Information über Cyber-Risiken sowie mögliche Lösungsansätze zur Steigerung der Cyber-Sicherheit im Handwerk.

BSI-Präsident Arne Schönbohm sagt: „Das Handwerk ist seit Jahrzehnten ein wesentlicher Motor der wirtschaftlichen Entwicklung in Deutschland. Damit das so bleibt, sind die Betriebe darauf angewiesen, die vielfältigen Möglichkeiten der Digitalisierung für sich zu nutzen. Viele Handwerker haben verstanden, dass dies ohne angemessene Cyber-Sicherheit nicht funktionieren wird, sie tun sich oftmals jedoch schwer mit der konkreten Umsetzung entsprechender Maßnahmen. Mit unserem neuen Routenplaner geben wir den Betrieben nun ein praktisches Handwerkszeug an die Hand, mit dem die Umsetzung angemessener und passgenauer Cyber-Sicherheitsmaßnahmen keine große Herausforderung mehr ist.“

Im Rahmen ihrer 2017 geschlossenen Kooperation haben der ZDH und das BSI mit dessen Initiative – der Allianz für Cyber-Sicherheit – den Prozess zur Erstellung eines IT-Grundschutz-Profils für Handwerksbetriebe initiiert. Die Basis hierfür bildet das vom BSI entwickelte IT-Grundschutz-Kompendium, das Methoden und Vorgehensweisen zu den unterschiedlichsten Themen aus dem Bereich der Informationssicherheit enthält und hilft notwendige Sicherheitsmaßnahmen zu identifizieren und umzusetzen. Experten aus Handwerksorganisationen haben in einer begleitenden Workshop-Reihe ausgehend von den typischen Geschäftsprozessen Auf-tragsgewinnung, Angebotserstellung, Auftragsdurchführung und Abrechnung ein Muster-Sicherheitskonzept entwickelt, das als Schablone für Handwerksbetriebe mit vergleichbaren Rahmenbedingungen dient.

Der durch die Allianz für Cybersicherheit gemeinsam mit dem Kompetenzzentrum Digitales Handwerk entwickelte Routenplaner zeigt Wege auf, wie kleine und mittelständische Unternehmen das Thema Informationssicherheit zielgerichtet angehen und umsetzen können. Handwerksbetriebe können anhand von drei Routen ihren individuellen Sicherheitsprozess gemäß IT-Grundschutz des BSI bedarfsgerecht gestalten. Anschauliche Routenpläne und zielgruppengerechte Arbeitshilfen führen auf die für Handwerksbetriebe maßgeblichen IT-Grundschutz-Bausteine und dazu passenden Umsetzungshinweise des BSI in der aktuellen Edition 2019.

Holger Schwannecke, ZDH-Generalsekretär, sagt: „Cyber-Sicherheit ist für das Handwerk ein wichtiges Thema und wird mit der fortschreitenden Digitalisierung weiter an Relevanz gewinnen. Für zahlreiche Betriebe besteht hoher Informationsbedarf, zugleich gibt es viele Unsicherheiten. Handwerksbetriebe müssen sich mit Fragen der Cyber-Sicherheit auseinandersetzen, wenn sie ihr Unternehmen digitalisieren und es gegen Gefahren, die damit einhergehen, sichern wollen. Das IT-Grundschutzprofil für Handwerksbetriebe ist ein überaus wichtiger Schritt und ein äußerst hilfreiches Ergebnis von Anwendern für Anwender. So können wir den Handwerksbetrieben die Berührungsängste in puncto Cyber-Sicherheit etwas nehmen und die Maßnahmen, die ein Betrieb umsetzen kann und sollte, greifbar und handhabbar machen.“

Bernd Ehinger betont die Bedeutung der Digitalisierung für den Wirtschaftssektor Handwerk. „Für das Handwerk ist die Digitalisierung längst Alltag: Als Handwerkskammer verstehen wir uns als Lotse im digitalen Wandel in der Metropolregion Frankfurt-Rhein-Main, in Zusammenarbeit mit Fachverbänden, Innungen und Kreishandwerkerschaften. Nicht nur im Bereich der Beratung, sondern auch in der beruflichen Bildung stehen wir unseren Mitgliedern als Ansprechpartner zur Verfügung. Hier wird es Veränderungen geben: Neue digitale Lerninhalte, aber auch pädagogische Konzepte müssen entwickelt werden, um das Handwerk in die Zukunft zu führen. Der Bereich der Cyber-Security spielt gerade in der Beratung unserer Betriebe eine enorme Bedeutung.“

Prof. Dr. Kristina Sinemus, Hessische Ministerin für Digitale Strategie und Entwicklung, sagte: „Die Investition in die betriebliche Digitalisierung ist eine Investition in die Zukunft. Sehr hilfreich ist es, eine betriebliche Digitalisierungsstrategie unter Berücksichtigung der IT-Sicherheit zu erstellen. Das Land hat für kleinere und mittlere Unternehmen verschiedene Beratungsangebote geschaffen, bei denen die IT-Sicherheit ein wichtiger Inhalt ist. Um es den Betrieben zu erleichtern, werde ich mich künftig auf Bundes- und Europaebene auch für eine stärkere Berücksichtigung von privacy-by-design und privacy-by-default einsetzen.“

Quelle: Zentralverband des Deutschen Handwerks (www.zdh.de)