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Das älteste Brot der Welt



24.06.2019

Im Sommer 2018 ging die Nachricht durch die Schlagzeilen, dass Archäologen in Jordanien Teigreste eines 14.000 Jahre alten Fladenbrotes gefunden haben. Auch das Museum Brot und Kunst hat sich mit diesem Thema auseinander gesetzt.


Denn was zunächst unspektakulär klingen mag, ist ein sensationeller Fund, der nicht zu unterschätzende Folgen für unseren Blick auf die Menschheitsgeschichte haben könnte. Denn Brot wurde offenbar schon gebacken, lange bevor gezielt Getreide angebaut wurde.

Das älteste Brot der Welt
Archäologen der Universität Kopenhagen fanden gemeinsam mit Kollegen vom University College London und der Cambridge University bei Grabungen im nordwestlichen Jordanien die verkohlten Teigreste in einer Feuerstelle eines urzeitlichen Jäger- und Sammlerdorfes.

Die Untersuchungen ergaben, dass es sich um ein einfaches Fladenbrot handelte und dass das Mehl aus Vorformen von Getreide wie Gerste, Einkorn oder Hafer gewonnen wurde. Damit handelt es sich um die ältesten Brotreste, die jemals gefunden wurden, sagen die Forscher.

Brot ist älter als bisher angenommen
Eine Feststellung, die vor allem deshalb so bemerkenswert ist, weil damit bestehende Annahmen zur „Erfindung“ des Brotbackens widerlegt werden. Bisher war man davon ausgegangen, dass die Menschen vor etwa 10.000 Jahren begannen, Brot zu backen. Also zu eben der Zeit, als sie auch begannen, sesshaft zu werden und Getreide anzubauen.

Klar war zwar auch, dass unsere Vorfahren bereits lange vor ihrer Sesshaftwerdung die Körner von Süßgräsern sammelten, zerkleinerten und verzehrten. Nicht nachweisen ließ sich jedoch, dass sie daraus Brot backen konnten. Dies gilt nun als erwiesen.

Brot führte uns zur Sesshaftigkeit
Das Sammeln der Körner und ihre Weiterverarbeitung waren sehr aufwendig, so dass das Brot vermutlich als etwas ganz Besonderes angesehen und nur für Feste gebacken wurde. Die Wissenschaftler vermuten, dass der Wunsch, von dieser besonderen Speise mehr herstellen zu können, dazu führte, dass die Menschen begannen, gezielt Getreide anzubauen.

Somit hätte das Brot einen entscheidenden Beitrag zur Entwicklung des Menschen vom Jäger und Sammler zum sesshaften Ackerbauer geleistet. „Dies ist natürlich ein Befund, den auch wir bei unserer Darstellung der Kulturgeschichte des Brotes im Museum berücksichtigen und den wir mit Begeisterung aufgenommen haben“, so Dr. Isabel Greschat, Direktorin des Museums Brot und Kunst in Ulm (www.museumbrotundkunst.de).


Quelle: www.innungsbaecker.de
Bild: MEV Verlag GmbH