Handwerks News

Mit elektronischer Sicherheit geschützt

6/3/2022
Eine Vielzahl an elektrotechnischen Maßnahmen sorgt für Schutz von Produktionsstätten

Alle drei Minuten steigt ein Einbrecher deutschlandweit in ein Gebäude ein. Das betrifft nicht nur Wohnungen und Häuser, sondern auch Büros und Industriegebäude. Etwa 90 Prozent dieser Orte sind nicht oder nicht ausreichend genug gegen Diebstähle und Einbrüche geschützt. Das muss nicht sein – gibt es doch vielfältige Maßnahmen, dies zu verhindern.

Da heutzutage mit unbefugtem Eindringen in Produktionsstätten leider beinahe gerechnet werden muss, sind effektive Schutzvorkehrungen wichtiger denn je. Zum Glück gibt es eine große Auswahl an Maßnahmen, die für mehr Sicherheit sorgen und von fachkundigen Innungsbetrieben einfach umgesetzt werden können.

Bewegungsmelder lassen sich beispielsweise auch nachträglich in Bestandsgebäuden montieren. Aber auch die Planung eines Neubaus oder eine umfassende Sanierung eines Gebäudes sollte als Chance genutzt werden, von einem Fachmann elektronische Mittel zum Sicherheitsschutz installieren zu lassen.

Von A wie Alarmanlage bis Z wie Zugangskontrolle

Schon vermeintlich kleine Gadgets wirken sich stark auf die Sicherheit des Unternehmens aus. Bewegungsmelder sind gedanklich oft verknüpft mit Komfort und dem Willkommen-heißen von Gästen, damit diese schnell den Weg zur Tür finden und im Morgengrauen nicht im Dunklen tappen müssen.

Jedoch dienen sie ebenso gut als Abschreckung: Ein helles Außenlicht, das sofort angeht, wenn sich jemand unbefugt auf das Gelände schleicht, entlarvt den Einbrecher und macht ihn sichtbar. Besonders in verwinkelten Arealen ist die sehr wirkungsvoll, da Eindringlinge sich im Dunkeln genau hier unbeobachtet fühlen und das helle Licht viele in die Flucht schlägt.

In diesen unübersichtlichen Bereichen bietet sich ebenfalls die Überwachung mit Kameras an, sodass Geschäftsführer den Übeltäter direkt live auf Band haben. Auch im Innenbereich, vor allem in Hochregallager, bieten sich Überwachungskameras an, sodass sich Einbrecher weder im Außen- noch im Innenbereich verstecken können.

Einladend zum Einsteigen sind Rolltore, zum Beispiel im Versandbereich mit Ladebuchten für LKWs, sowie Personaltüren. Beide können mit Tür- und Rolltorkontakten gesichert werden, die bereits geringfügige Öffnungen an die Alarmanlage melden und so Alarm auslösen.

Hilfreich ist auch die Installation einer Video-Sprechanlage zur Kontaktaufnahme an der Tür. Diese ist mit einer in jegliche Richtungen schwenkbaren Kamera verbunden, die alle Besucher aufzeichnet und im Bildspeicher ablegt. Auch der Zugang zu Lagerhäusern und Produktionsstätten sollte abgesichert sein.

Zugangskontrollen können wahlweise über Fingerabdruck, Zahlencode oder mit einer Identifikationskarte erfolgen. Das Kontrollsystem ergänzt oder ersetzt das klassische Schlüssel-Schloss-Prinzip. Am sichersten ist ein System mit Fingerabdruckleser. Diesen vergessen Mitarbeitende nicht und er kann weder gestohlen noch gefälscht werden.

Berücksichtigung bereits in der Planung im Neubau oder der Sanierung

Einbruchschutz gehört heute selbstverständlich zum Tätigkeits- und Wissensbereich von E-Handwerkern. Mit der technischen Entwicklung der letzten Jahre ist auch die Expertise gewachsen. So verlegen Innungsfachbetriebe nicht nur Kabel, sondern planen und implementieren ebenfalls die Sicherheitstechnik für gesamte Gebäude, angefangen bei Stromleitungen für Sensoren wie Tür- oder Fensterkontakten.

Andreas Habermehl von ZVEH erklärt: „Jedes Industriegebäude hat andere Anforderungen, die gefragte Sicherheitslösung ist immer individuell. E-Handwerker kennen sich mit den einzuhaltenden Sicherheitsauflagen aus und erstellen darauf abgestimmt ein Konzept. Da sie auch die die Installation der Alarmsysteme und der Sicherheitslösung übernehmen, ist der Kunde in jedem Fall auf der sicheren Seite und weiß, dass die Technik reibungslos funktioniert.“

Aus der Ferne alles im Blick

Einbruchmeldetechnologien, Zutrittskontrollen und Videoüberwachung: Viele Sicherheitsmaßnahmen lösen nicht nur Alarm vor Ort aus, sondern melden verdächtige Geschehnisse auch beispielsweise per App, SMS oder Anruf.

Somit hat der Geschäftsführer oder die Geschäftsführerin jederzeit Kenntnis über den Zustand der Büro-, Industrie- oder Werkstattgebäude, auch wenn sie selbst nicht vor Ort sind. Hinweise auf geöffnete Türen, Rolltore oder Fenster und Versuche von unbefugtem Zugang erhalten Verantwortliche überall auf ihr Endgerät und können schon von unterwegs die Bilder der Videokamera einsehen, die Lage überprüfen und gegebenenfalls die Polizei informieren.

Der passende Fachbetrieb der E-Handwerke zur Konzeptionierung und Umsetzung von Schutzmaßnahmen ist über die Online-Suche unter www.elektrobetrieb-finden.de zu finden.

Quelle: www.zveh.de Bild: APchanel – stock.adobe.com


Lossprechungsfeier 2022 Friseure Aachen Stadt

6/23/2022

Lossprechungsfeier der neuen Friseurgesellen*innen Aachen Stadt

am 22.06.2022 in den Räumen der Kreishandwerkerschaft Aachen.

 

 


Fuldalilien-Beet-Stecker für den guten Zweck

6/23/2022

„Ausbildung live“ am Kreisjubiläum – 24.-26.06.2022

6/23/2022

Lossprechungsfeier 2022

6/23/2022

Die diesjährige Lossprechungsfeier fand am 22.06.2022 in Hückelhoven in der Förderturmhalle der ehemaligen Zeche Sophia Jacoba statt. In seiner Ansprache konnte Obermeister Stefan Kraik diverse Ehrengäste von Banken, Versicherungen und vom Geilenkirchener Berufskolleg begrüßen. Als einer der Höhepunkte der Veranstaltung konnte der ehemalige und langjährige Obermeister Hermann-Josef Claßen aus Erkelenz den Ehrenobermeisterbrief der Handwerkskammer Aachen aus der Hand seines Nachfolgers mit Freunde in Empfang nehmen.

Im Anschluss an diese seltene und schöne Ehrung konnte Obermeister Kraik 1 Gesellin und 10 neue Gesellen von den Pflichten eines Lehrlings lossprechen und sie in den Gesellenstand erheben. Eine besondere Ehrung wurde den 3 Innungssiegern zuteil, die für ihre sehr guten Leistungen in Theorie und Praxis mit einer Urkunde der Innung ausgezeichnet wurden.

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 


Aushändigung der Gesellenbriefe und der Urkunden für die Innungsbesten

6/20/2022

Am Montag, dem 20.06.2022 konnte die Friseur-Innung Heinsberg die Gesellenbriefe an 9 neue Gesellen*innen aushändigen. Aus der Hand von Obermeisterin Adelaide Hülhoven konnten ihn die Prüfungsteilnehmer stolz nach einer dreijährigen Ausbildung in Empfang nehmen. Besondere Ehrungen wurden Frau Ceylan Ates als Innungsbeste im Damenfach und im Fach Coloration zuteil, Frau Sofie Nießen erhielt die Ehrung im Fachbereich Herrenhaarschnitt und Herrn Zana Bakdash im Fachbereich Langhaarfriseuren. Hierzu überreichte Frau Hülhoven eine entsprechende Urkunde der Innung.

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

v.l.n.r. Theresa Calvia vom Prüfungsausschuss, Obermeisterin Adelaide Hülhoven, Ceylan Ates, Oberstudienrätin Karin Waldmann vom Berufskolleg in Geilenkirchen, Sofie Nießen, Oberstudienrätin Brigitte Rock vom BK Geilenkirchen und Zana Bakdash

 

 


Handwerk hat Europa einiges zu bieten

6/20/2022
Die Handwerks-Verbände aus Deutschland, Frankreich und Italien unterzeichnen am Freitag in Rom eine Erklärung zur Bedeutung des Handwerks für die Bewältigung der aktuellen Transformationsprozesse.

Dazu erklärt ZDH-Präsident Hans Peter Wollseifer: „Die zentrale Bedeutung des Handwerks für die künftige Entwicklung Europas muss aus Sicht des ZDH und seiner Partnerverbände Confartigianato Imprese und CMA France noch deutlich stärker ins Bewusstsein der politisch Handelnden und Entscheidungsträger wie auch von Wirtschaft und Gesellschaft in Europa rücken.

In unserer gemeinsamen Erklärung weisen wir auf die entscheidende Funktion des Handwerks mit seinen über drei Millionen Betrieben und Unternehmen in den drei Ländern für einen Erfolg des angestrebten Europäischen Green Deal, die Klimaneutralität und die Unabhängigkeit von fossilen Brennstoffen hin. Dieser Wandel und Modernisierungsprozess der europäischen Wirtschaft und Gesellschaft wird nur mit dem Handwerk gelingen, dessen Expertise und Können es braucht, um die notwendigen Anpassungen auch umzusetzen.

Damit die Handwerksbetriebe in Deutschland, Frankreich und Italien jedoch das volle Potenzial ausschöpfen und für diese Transformation einbringen können, müssen sie die richtigen Rahmenbedingungen vorfinden: Politische Entscheidungen dürfen – besonders nach den zwei harten Corona-Jahren und nun auch noch den Auswirkungen des russischen Angriffskrieges gegen die Ukraine – unsere Handwerksbetriebe nicht noch zusätzlich belasten. Viele von ihnen sind weiter in ihrer Existenz bedroht. In dieser schwierigen Situation brauchen sie vor allem Liquidität und finanzielle Unterstützung.

Handwerksbetriebe werden ihre Umsetzungskompetenz in den anstehenden Transformationsprozessen nur mit qualifizierten Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern erfolgreich einbringen können. Deshalb braucht es alle Anstrengungen, um die berufliche Bildung zu stärken und auszubauen. Sie ist der Schlüssel – auch zur Sicherung von Wettbewerbsfähigkeit und Beschäftigung. Wir müssen jetzt die Voraussetzungen dafür schaffen, dass der Neustart der europäischen Wirtschaft gelingt und die Unternehmen die anstehende digitale und ökologische Transformation der Gesamtwirtschaft meistern können. Ein spürbarer Bürokratieabbau, der dem Motto folgt „Zuerst an die Kleinen denken“, und das Streichen unnötiger Berichtspflichten können diesen Neustart wesentlich erleichtern.

Gemeinsam engagieren wir uns in Deutschland, Frankreich und Italien für eine größere Wertschätzung und Förderung des Handwerks in Europa und dafür, dass unsere Handwerksbetriebe den Rahmen erhalten, innerhalb dessen sie ihren Beitrag zur Meisterung der aktuellen Herausforderungen leisten können.“

Quelle: Zentralverband des Deutschen Handwerks (ZDH)

Bild: Adobe Stock | Renan


Länger besser hören – nachhaltiger Nutzen durch Gehörschutz

6/3/2022
Was in bestimmten Arbeitsfeldern mittlerweile selbstverständlich oder sogar vorgeschrieben ist, setzt sich auch im Freizeitbereich ganz allmählich durch.

Die Rede ist von vorsorglichem Gehörschutz. Denn auch bei Konzerten, Festivals, Straßenfesten oder Sportveranstaltungen kann es laut werden. Bei solchen Gelegenheiten denken oft nur wenige daran, ihre Ohren zu schützen. Denn als Lärm gelten in der Regel nur Geräusche, die als störend und nervend empfunden werden. Doch auch laute Musik bei Konzerten, Partys, in Clubs und Diskotheken oder über Kopfhörer kann schnell gehörschädigend wirken.

Eine aktuelle Umfrage der Fördergemeinschaft Gutes Hören zeigt, in welchen Situationen Menschen ihre Ohren schützen. Die Bereitschaft zur Prävention ist bei Industrie- und Baulärm mit 47% der Befragten* am größten, gefolgt von 20% bei Konzerten und 10% in Clubs.

Lärm und die Sensibilität gegenüber verschiedenen Geräuschen werden dabei auch individuell empfunden und richten sich nicht nur nach der Lautstärke, sondern auch nach Intensität und Dauer, wie die Nennungen bei Kindergarten und Schule (5%), Großraumbüro (7%) oder Schlafen (6%) zeigen. Ein wesentliches Kriterium bleibt allerdings die Lautstärke, die als Dauer- oder Impulsschall das Gehör je nach Intensität belastet und nachhaltig schädigen kann.

Werden die Ohren durch zu große Schallpegel überstrapaziert, versetzt sich das Gehör in eine vorübergehende Schwerhörigkeit und liefert am Ende nur noch ein dumpfes Hörerlebnis, länger anhaltendes Rauschen in den Ohren inklusive. Nach einer solchen Hörschwellenverschiebung (Temporary Threshold Shift) wird sich das Gehör in den meisten Fällen zwar wieder erholen, sofern eine ausreichende Ruhephase gegeben ist, aber die Gefahren von Hörschäden, anhaltenden Ohrgeräuschen (Tinnitus) und Überempfindlichkeiten bei normalen Geräuschen (Hyperakusis) bleiben bestehen.

Wer verantwortungsbewusst mit seinem Hörsinn umgeht, beachtet daher einige sinnvolle Vorsichtsmaßnahmen: Abstand zu Lärmquellen wie Maschinen, Fahrzeugen und Lautsprechern halten und Schallschutz nutzen. Eine komfortable Lösung ist der individuell angefertigte Gehörschutz vom Hörakustiker.

Dieser dämmt den Schall linear und verändert nicht das gewohnte Klangbild. Einfache Ohrstöpsel mindern dagegen vor allem die hohen Frequenzen. Die dadurch entstehende Klangveränderung wird aber meistens nach kurzer Zeit kaum noch wahrgenommen, da sich das Gehör daran gewöhnt.

Denn das Hörzentrum im Gehirn ist in der Lage, sich auf veränderte Klangbilder einzustellen, so dass der Lärmschutz schon nach kurzer Zeit nicht mehr bemerkt wird. Diese Eigenschaft ist allerdings auch ein wesentlicher Grund dafür, dass viele Menschen beginnende Hördefizite zunächst nicht bemerken und sich an das allmählich immer schlechtere Hören und Verstehen gewöhnen.

Wer also seine Ohren schützt, sorgt in zweierlei Hinsicht vor: Hörschäden durch Lärm- und Lautstärkeeinwirkungen werden verhindert und der verantwortungsvolle Umgang mit dem Gehör führt zu mehr Bewusstsein und Sensibilität gegenüber möglichen Veränderungen der Hörleistung.

Experten empfehlen daher das Tragen von Gehörschutz zur Lärmprävention. Denn neben Hörsturz und Knalltrauma, die unmittelbar eintreten, können sich viele kleinere Lärmeinwirkungen, die subjektiv als folgenlos empfunden werden, im Laufe der Zeit zu bleibenden Hörschäden summieren.

Ist man regelmäßig Lautstärken ab 85 Dezibel (dB) ausgesetzt, wirkt sich dies nachweislich schädigend auf die Ohren aus. Daher ist bei dauerhaften Geräuscheinwirkungen dieser Intensität an Arbeitsplätzen das Tragen von Gehörschutz vorgeschrieben. Bei Lautstärken ab 100 dB kann es schon nach kurzer Zeit zu bleibenden Hörschädigungen kommen – zum Vergleich, ein normales Gespräch hat eine Lautstärke von ungefähr 55-60 dB.

Dabei erhöhen sich die Schallpegel nicht linear, sondern um ein Mehrfaches. Wer also im täglichen Leben und in Gesprächen alles hören, verstehen und möglichst lange Musik genießen möchte, für den ist der Schutz der Ohren vor Lärmeinwirkung ein unbedingtes Muss.

Universell verwendbare Ohrstöpsel oder individuell gefertigten Gehörschutz inklusive ausgiebiger Beratung hierzu gibt es bei den Partnerakustikern der Fördergemeinschaft Gutes Hören (FGH). Darüber hinaus bieten sie auch Informationen rund ums Hören, kostenlose Hörtests und alles nötige Fachwissen für eine Hörgeräteversorgung. Die FGH-Partner sind zu erkennen am Ohrbogen mit dem Punkt.

Quelle: www.fgh-info.de Bild: von Lieres – stock.adobe.com


Zeit für eine Bildungswende

6/20/2022
Laut ZDH-Präsident Wollseifer braucht Deutschland eine tragfähige Vision, die der notwendigen Transformation eine Richtung gibt.

 

„Die Fachkräftesicherung entscheidet über die Zukunft unseres Landes. Wir brauchen nicht nur eine Klima- und Energiewende, sondern auch eine Bildungswende“, fordert ZDH-Präsident Hans Peter Wollseifer in einem Namensbeitrag für den „blog politische ökonomie“ des SPD-Wirtschaftsforums.

Lange Zeit haben sich Deutschland und Europa an vermeintlichen Gewissheiten festgehalten. Dazu zählt das Vertrauen, dass sich die Dinge schon irgendwie zum Besseren wenden; dass unser Leben in Frieden, Freiheit und Wohlstand zwar herausgefordert, aber nicht grundsätzlich gefährdet ist. Doch dieses Vertrauen ist erschüttert. Die multiplen aufeinanderfolgenden und ineinandergreifenden Krisen der jüngeren Vergangenheit haben gezeigt: Sicherheit und Stabilität sind keine Selbstläufer. Für Wachstum und Zusammenhalt gibt es keine Garantie. All das muss hart erarbeitet und jeden Tag aufs Neue verteidigt werden.

Dies gilt besonders in einer Zeit, in der wir einem dreifachen Handlungsdruck ausgesetzt sind. Erstens: Die Auswirkungen der Corona-Pandemie beschäftigen uns bis heute massiv. Die Pandemie hat tiefe Spuren in Wirtschaft und Gesellschaft hinterlassen und starke transformative Kräfte entfesselt. Die positiven Entwicklungen (z.B. beschleunigte Digitalisierung, neue Formen des Arbeitens) und die Schattenseiten (z.B. gestörte Lieferketten, Inflation) haben eines gemeinsam: Sie erfordern eine Neubewertung und Neukalibrierung eingespielter Prozesse.

Zweitens: Der brutale und menschenverachtende Überfall Russlands auf die Ukraine hat uns dramatisch vor Augen geführt, wie fragil unsere internationale Sicherheits- und Werteordnung ist. Der Freiheits- und Überlebenskampf, den die Ukrainerinnen und Ukrainer führen, ist auch ein Kampf um unsere europäischen Grundüberzeugungen. Für Deutschland geht es darum, welchen Preis wir zu zahlen bereit sind, um diese Werte zu sichern, und welche politischen, wirtschaftlichen und gesellschaftlichen Schlussfolgerungen wir daraus ziehen.

Drittens: Bei Klimaschutz und Energiewende ist der Transformationsdruck ebenfalls enorm hoch. Wir haben die zunehmend dringlichere und unaufschiebbare Aufgabe, unsere natürlichen Lebensgrundlagen für künftige Generationen zu sichern, das Fundament für Wohlstand und Wachstum nachhaltig zu gewährleisten und gleichzeitig unabhängiger bei der Energieversorgung zu werden. Der russische Angriffskrieg hat diesen Handlungsdruck noch einmal verschärft.

Das ist der Kontext, in dem wir uns bewegen und dem wir uns jetzt stellen müssen. Eine Antwort auf die neue Lage ist die sogenannte „Zeitenwende“, die der Bundeskanzler Ende Februar ausgerufen hat. Sie lässt sich in verdichteter Form wie folgt interpretieren: Deutschland muss mehr tun, um seine Zukunft zu sichern.

Transformation unseres Landes als Chance begreifen

Diese Zeitenwende muss jetzt mit Leben und konkreten Inhalten gefüllt werden. Dabei muss jedem klar sein, dass dieser Sicherheitsbegriff nicht nur militärische Fragen umfassen darf. Es geht auch um politische, soziale, ökologische und wirtschaftliche Dimensionen. Deutschland braucht eine tragfähige Vision, die dem notwendigen Transformationsschub eine Richtung gibt. Aus Sicht des Handwerks sollte Kern einer solchen Vision sein, dass die Transformation unseres Landes und unserer Wirtschaft nicht nur als Notwendigkeit und Herausforderung begriffen wird, sondern auch als echte Chance. Wir müssen wieder mutiger, zuversichtlicher und selbstbewusster sein. Globale Innovationen und Zukunftstechnologien müssen wieder stärker in Deutschland gedacht, gefertigt, gestaltet und umgesetzt werden. Davon können wir am Ende alle profitieren.

Im Koalitionsvertrag und im Regierungsprogramm hat die Ampel durchaus große Ambitionen auf vielen Zukunftsfeldern formuliert. Die Koalition hat zutreffend beschrieben, dass wir unser Land modernisieren müssen, dass wir endlich vieles von dem anpacken müssen, was in den letzten Jahren liegen gelassen wurde. Nur: Jetzt müssen auch Taten folgen.

Das Handwerk weiß, dass es auf komplexe Fragen keine einfachen Antworten gibt. Für uns ist aber eines klar: Diese Transformation wird nur gelingen, wenn es starke Betriebe und Beschäftigte gibt, die das alles am Ende umsetzen. Bei der Energiewende, beim Klimaschutz, bei Mobilität, bei Nachhaltigkeit, mit Blick auf Demographie, Digitalisierung und Gesundheit. Das wird nur mit dem Handwerk und mit dem Mittelstand funktionieren.

Bedingungen für den Mittelstand müssen stimmen

Welchen Beitrag das Handwerk leisten kann und leisten möchte, habe ich bereits zum Amtsantritt des neuen Bundeskanzlers in meinem Plädoyer für einen Fortschrittspakt skizziert. Das hat auch unter veränderten Vorzeichen weiter Bestand. Voraussetzung für eine erfolgreiche Transformation ist, dass die Bedingungen gerade für kleine und mittlere Betriebe stimmen. Das tun sie derzeit in vielerlei Hinsicht nicht, etwa bei der im internationalen Vergleich hohen Steuer- und Abgabenlast und der hohen Belastung mit Bürokratie. Das muss sich ändern, vor allem mit Blick auf den standorttreuen Mittelstand. Wenn die Transformation unseres Landes und unserer Wirtschaft gelingen soll, dann braucht es eine echte Mittelstandspolitik und eine echte Standortpolitik.

Schon heute können wir absehen, dass in einigen Bereichen eine erhebliche Schieflage droht, wenn wir nicht gegensteuern. Handlungsbedarf besteht vor allem bei einem Thema, das sich im Koalitionsvertrag allerdings leider nicht wiederfindet: Nämlich alles dafür zu tun, dass die 40-Prozent-Grenze bei den Gesamtsozialabgaben nicht überschritten wird. Das ist gerade für das personalintensive Handwerk ein enorm wichtiges, ja existentielles Thema. Wenn wir die 40-Prozent-Grenze reißen, dann schalten wir vielen Betrieben die Wettbewerbsfähigkeit ab. Und das dürfen wir nicht zulassen.

Bei der Fachkräftesicherung besteht besonders großer Handlungsbedarf. Allein im Handwerk fehlen geschätzt rund 250.000 Fachkräfte. Rund 125.000 Handwerksbetriebe suchen in den nächsten fünf Jahren nach einer Nachfolge. Es wird über die Zukunft unseres Landes entscheiden, ob es uns gelingt, diese Lücken zu schließen. Im Handelsblatt wurde der Fachkräftemangel vor einiger Zeit als das „größte Wachstumsrisiko der deutschen Wirtschaft“ bezeichnet. Es ist aber noch mehr: nämlich eine Transformationsbremse für unser ganzes Land. Diesen Bedarf werden wir nicht allein über Fachkräfteeinwanderung decken können, sondern dafür müssen wir in Deutschland selbst ausbilden.

Mehr Wertschätzung für die berufliche Bildung

Deshalb brauchen wir neben einer Klima- und Energiewende vor allem auch eine Bildungswende. Eine Bildungswende, die sich in mehr materieller und ideeller Wertschätzung für die berufliche Bildung äußert. Zusätzliche Entlastung für Ausbildungsbetriebe, zusätzliche Anreize für Auszubildende sowie Investitionen in moderne Berufsbildungsstätten sind wichtige Stellschrauben, um die Fachkräfteversorgung zu sichern. Aber das reicht nicht aus. Es braucht auch ein politisches und gesellschaftliches Umdenken. Es braucht ein Bewusstsein dafür, dass etwas nicht stimmt, wenn akademische und berufliche Bildung als Zwei-Klassen-Gesellschaft behandelt wird. Für die Transformation benötigen wir in Deutschland alle Talente – ob sie sich für den akademischen oder den beruflichen Bildungsweg entscheiden.

Ladesäulen aufstellen, Solarpanels installieren, Heizungsthermen warten, Bäder altersgerecht sanieren – all das macht das Handwerk. All das hat einen Wert für die Gesellschaft, und das muss sich auch in Wertschätzung für diejenigen abbilden, die diese Werte schaffen. Etwa durch eine gesetzlich fixierte Gleichwertigkeit von beruflicher und akademischer Bildung.

Die genannten Herausforderungen sind zu groß, um nur von Teilen unseres Landes gelöst zu werden. Einzelne Bereiche werden das allein nicht stemmen können. Wir werden die Transformation nur erfolgreich bewältigen, wenn Politik, Wirtschaft und Gesellschaft an einem Strang ziehen. Ein solcher Schulterschluss erfordert eine vertrauensvolle Zusammenarbeit und verlässliche Bedingungen. Das Handwerk ist gerne bereit, über den richtigen Weg für eine erfolgreiche Transformation zu streiten. Und diesen Weg dann auch umzusetzen. Ihn zu machen. Darauf kommt es jetzt an.

Quelle: Zentralverband des Deutschen Handwerks (ZDH)

Bild: ZDH/Boris Trenkel


Warum kosten Hemden- und Blusenreinigung unterschiedlich viel?

6/3/2022
Das Geheimnis perfekter Hemden ist die Nassreinigung.

Moderne Reinigungen oder Wäschereien wenden dabei das international anerkannte Wet-Cleaning-Verfahren an, eine schonende und umweltgeprüfte Alternative zur Haushaltswäsche.

Alle Vorteile auf einen Blick:

Im DTV-Fachbetrieb arbeiten ausgebildete Textilreiniger/innen mit einem speziellen, umweltgeprüften Waschverfahren, das selbst hochsensible Textilien schonend pflegt. Bei größtmöglicher Waschleistung ist die Mechanik der Systemtechnik äußerst gering.

Geräumige Trommeln der Hochleistungsmaschinen, die bei der Nassreinigung zum Einsatz kommen, bieten den Hemden mehr Bewegungsfreiheit als herkömmliche Waschmaschinen. Maschinen und Waschverfahren werden auf die Textilien abgestimmt und exakt dosiert, was weniger Hilfsmittel und Energie erfordert und so der Umwelt zugute kommt. Viele Textilien sind inzwischen mit dem W im Kreis, dem international gültigen Pflegesymbol für die Nassreinigung, gekennzeichnet.

Der Hemdkragen bekommt besondere Aufmerksamkeit, da sich hier Substanzen wie Schweiß und Hautfette sammeln. Durch die Reibung dringen sie tief in das Gewebe ein und hinterlassen hartnäckige Spuren. Daher werden sie von den Profis bereits vor der Wäsche lokal und manuell vorbehandelt. Sie verfügen über eine Auswahl an Detachiermitteln, mit denen sie auch Flecken lösen können, die sich mit Wasser nicht entfernen lassen: Farbstoffe aus Rotwein, Ölflecken von der Salatsauce oder Fettrückstände von der Bodylotion.

Im professionellen Hemdenservice greifen alle Arbeitsschritte systematisch ineinander: von der Vordetachur, der lokalen Fleckentfernung vor der Wäsche, bis hin zur temperaturgesteuerten Trocknung. Die sanfte Trocknung sorgt letztendlich dafür, dass die Hemden weniger verknittern und die passende Restfeuchte besitzen, um auf einem Hemdenfinisher den Feinschliff zu erhalten.

Falls manuelle Detailarbeit erforderlich ist, bügeln die Fachkräfte am Profibügeltisch nach. Denn ein perfektes Finish ist ein Qualitätsmerkmal für den Hemdenservice, abgesehen davon, dass es wirtschaftlich und ökologisch sinnvoller ist als die Hemden zu Hause zu waschen.

Die Investition in die Nassreinigung lohnt sich, da sie das Material schont. Ein Aufpreis ist erforderlich bei gelegten Hemden sowie für Damenblusen, deren Bearbeitung wesentlich aufwändiger ist, da sie, anders als Hemden, von Hand gebügelt werden müssen.

Ein Service-Plus ist neben der Zeitersparnis aus unserer Sicht das gute Gefühl, sich gleichzeitig für eine ökologisch saubere Dienstleistung zu entscheiden. Informieren Sie sich jetzt im DTV-Betrieb in Ihrer Nähe.

Quelle: www.reinigen-lassen.de Bild: blanche – stock.adobe.com



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