Geschützte geografische Angaben jetzt auch für handwerkliche Ware
1/12/2026EU schützt regionale Handwerksprodukte europaweit.
Seit dem 1. Dezember 2025 können Handwerks- und Industriebetriebe in der EU ihre Produktbezeichnungen als geografische Angabe (g.A.) schützen lassen. Damit wird der bisher nur für Agrarprodukte und Lebensmittel geltende Herkunftsschutz erstmals auf weitere handwerkliche und industrielle Erzeugnisse ausgeweitet.
Geschützt werden Produkte, deren Qualität, Ruf oder Eigenschaften eng mit einer bestimmten Region verbunden sind – etwa Messer aus Solingen, böhmisches Glas, Donegal-Tweed oder Limoges-Porzellan. Voraussetzung ist, dass mindestens ein Produktionsschritt in der jeweiligen Region erfolgt und dies in einer Produktspezifikation dokumentiert ist.
Der Schutz soll Verbrauchern echte, hochwertige Originale erkennbar machen und Betrieben rechtliche Sicherheit sowie bessere Marktchancen bieten. Zudem stärkt er regionale Identität und traditionelle Handwerkskultur.
So funktioniert das Antragsverfahren:
- Der Antrag kann entweder über eine anerkannte Erzeugervereinigung oder vom einzelnen Betrieb gestellt werden.
- In Deutschland prüft zunächst das Deutsche Patent- und Markenamt (DPMA); danach entscheidet das Amt der EU für geistiges Eigentum (EUIPO) über die EU-weite Eintragung.
- Jeder Antrag muss eine Produktspezifikation mit Angaben zu Herstellung, Namen und Herkunftsregion enthalten
Das neue System wird vom EUIPO verwaltet und von der EU-Kommission überwacht. Bereits bestehende nationale geografische Angaben bleiben bis Dezember 2026 gültig. Ziel ist es, Fälschungen zu verhindern, die regionale Wirtschaft zu stärken und das europäische Kulturerbe zu bewahren.
Quellen: ZDH / www.ec.europa.eu, Pressemitteilung vom 1. Dezember 2025 / www.handwerk.com, Pressemitteilung vom 4. Dezember 2025 Foto: Adobe Stock_403020172 / ThePhotoFab
Neues ZDH-Präsidium: Schröder und Nachbauer sind Vize-Präsidenten
12/12/2025Am zweiten Tag der Gremienwahlen beim Deutschen Handwerkstag in Frankfurt am Main ist am 5. Dezember das ZDH-Präsidium neu gewählt worden.
Bereits am 4. Dezember wurde Jörg Dittrich für eine weitere Amtszeit bis Ende 2028 als Präsident des Zentralverbandes des Deutschen Handwerks (ZDH) bestätigt.
Zu den beiden Stellvertretern von ZDH-Präsident Jörg Dittrich wurden Berthold Schröder, Präsident der Handwerkskammer Dortmund, sowie Marcus Nachbauer, Bundesinnungsmeister und Präsident des Bundesverbandes Gerüstbau, gewählt.
Dem engeren Führungszirkel im Geschäftsführenden ZDH-Präsidium gehören neben dem ZDH-Präsidenten und den beiden Vizepräsidenten zudem Carola Zarth, Präsidentin der Handwerkskammer Berlin, und Thomas Bürkle, Vizepräsident des Zentralverbandes der Deutschen Elektro- und Informationstechnischen Handwerke, an.
Die weiteren Vertreterinnen und Vertreter der Kammerseite (DHKT) im ZDH-Präsidium sind:
- Detlef Bade, Präsident der Handwerkskammer Braunschweig-Lüneburg-Stade
- Michael Bissert, Präsident der Handwerkskammer für Unterfranken
- Matthias Forßbohm, Präsident der Handwerkskammer zu Leipzig
- Susanne Haus, Präsidentin der Handwerkskammer Frankfurt-Rhein-Main
- Axel Hochschild, Präsident der Handwerkskammer Ostmecklenburg-Vorpommern
- Kurt Krautscheid, Präsident der Handwerkskammer Koblenz
- Stefan Lobenstein, Präsident der Handwerkskammer Erfurt
- Rainer Reichhold, Präsident der Handwerkskammer Region Stuttgart
Die weiteren Vertreterinnen und Vertreter der Verbandsseite (UDH) im ZDH-Präsidium sind:
- Thomas Dietrich, Bundesinnungsmeister des Bundesinnungsverbandes des Gebäudereiniger-Handwerks
- Herbert Dohrmann, Präsident des Deutschen Fleischer-Verbandes
- Detlef Peter Grün, Vizepräsident des Zentralverbandes Deutsches Kraftfahrzeuggewerbe und Bundesinnungsmeister des Zentntralverbandes des Kfz-Handwerks
- Michael Hilpert, Präsident des Zentralverbandes Sanitär Heizung Klima
- Guido Müller, Präsident des Bundesverbandes Farbe Gestaltung Bautenschutz
- Uwe Nostitz, Vizepräsident des Zentralverbandes Deutsches Baugewerbe
- Alf Reuter, Präsident des Bundesinnungsverbandes für Orthopädie-Technik
- Willi Seiger, Präsident des Bundesverbandes Metall
Die Gruppe der dem Handwerk nahestehenden wirtschaftlichen und sonstigen Einrichtungen wird im ZDH-Präsidium vertreten von Thomas Radermacher, Präsident der Handwerkskammer zu Köln sowie Präsident des Bundesinnungsverbandes Tischler Schreiner Deutschland.
Der Zentralverband des Deutschen Handwerks verabschiedet in diesem Jahr insgesamt sechs Präsidiumsmitglieder. Sie haben die Handwerksorganisation über viele Jahre mit großem Einsatz durch Zeiten des Wandels begleitet und mit Aufgeschlossenheit für Neues, Mut zur Veränderung, tiefer Verbundenheit zur Handwerkstradition und einem klaren Demokratiebekenntnis geprägt. Für dieses langjährige Engagement spricht der ZDH ihnen seinen besonderen Dank aus:
- Franz Xaver Peteranderl, Präsident der Handwerkskammer für München und Oberbayern
- Ulrich Bopp, Vorstandvorsitzender und geschäftsführendes Vorstandsmitglied ZDH-Zert e.V. sowie Ehrenpräsident der Handwerkskammer Heilbronn-Franken
- Stefan Füll, Präsident der Handwerkskammer Wiesbaden
- Manuela Härtelt-Dören, Präsidentin des Zentralverbandes des Deutschen Friseurhandwerks
- Thomas Keindorf MdL, Präsident der Handwerkskammer Halle (Saale)
- Frank Wagner, Präsident der Handwerkskammer Chemnitz
Quelle: ZDH
Foto: ZDH/BILDSCHÖN/Peter Lorenz
Handwerksfamilie signalisiert Geschlossenheit
12/5/2025Jörg Dittrich ist erneut im Amt des Präsidenten des Zentralverbandes des Deutschen Handwerks (ZDH) einstimmig bestätigt worden.
Beim Deutschen Handwerkstag (DHT), dem bedeutendsten politischen Spitzentreffen unserer Organisation, ist die Handwerksfamilie in dieser Woche zusammengekommen, um neben dem Präsidenten auch das ZDH-Präsidium zu wählen und die Weichen für die kommenden Jahre zu stellen. Dass in der geheimen Abstimmung alle Stimmen der Mitglieder der Vollversammlung auf Jörg Dittrich entfielen, ist ein starkes Signal gelebter Geschlossenheit ganz im Sinne des Selbstverständnisses: ein Handwerk, eine Stimme.
Dittrich betonte unmittelbar nach seiner Wahl, dass dieser große Vertrauensbeweis für ihn „Bestätigung und Auftrag zugleich“ sei. Die Einheit des Handwerks weiter zu sichern, sei sein Ziel. Mehr denn je brauche es in einer zunehmend fragmentierten Gesellschaft eine starke gemeinsame Stimme, um Gehör bei der Politik zu finden und für mehr unternehmerische Freiheit, weniger Bürokratie und mittelstandsfaire Rahmenbedingungen zu kämpfen, unterstrich Handwerkspräsident Dittrich.
Zahlreiche Medien informierten über das Spitzentreffen und hoben dabei die zentralen Anliegen des Handwerks hervor. Es berichteten unter anderem Deutschlandfunk (hier und hier), WDR, ZEIT, Deutsche Handwerks Zeitung, Deutsches Handwerksblatt, handwerk.com.
Weitere Berichterstattungen zur Wiederwahl, Pressemitteilung und Statement auf zdh.de
Quelle: ZDH
Foto: Henning Schacht
Innungsversammlung der Metall-Innung Düren-Euskirchen
12/1/2025Bei der Innungsversammlung der Metall-Innung Düren-Euskirchen am 20. November in Nideggen stand neben den regulären Tagesordnungspunkten ein besonderer Höhepunkt an: Obermeister Josef Müller ehrte Thorsten Kloppstein, Vorsitzender des Gesellenprüfungsausschusses Euskirchen, für sein 25-jähriges Meisterjubiläum. Kloppstein erhielt eine Urkunde und ein Weinpräsent – verbunden mit großem Dank für seine langjährige und verlässliche Arbeit im GPA.
Zuvor hatten Müller und die Geschäftsstellenvertretung über Aktivitäten des vergangenen Jahres sowie die Jahresrechnung 2024 und den Haushaltsplan 2026 berichtet, die ohne Gegenstimmen verabschiedet wurden. Auch die Vorsitzenden der Prüfungsausschüsse gaben einen kurzen Rückblick und informierten über stabile Ausbildungszahlen sowie vereinfachte Abläufe ab Sommer 2026.
Die Innung plant außerdem eine Fortsetzung des Treffens der jungen Gruppe sowie eine Innungstour nach Köln am 18. April 2026. Mit einem Ausblick auf die künftigen Wahlen und einem Dank an alle Engagierten schloss Müller die Versammlung.
Ehrung für Thorsten Kloppstein: 25 Jahre Meistertitel – Obermeister Josef Müller (links) und Thorsten Kloppstein (rechts).
Entwaldung: EU-Parlament kommt Handwerksbetrieben entgegen
11/28/2025Am 26. November hat das Europäische Parlament dafür gestimmt, den Überarbeitungsvorschlag der EU-Kommission zur EU-Entwaldungsverordnung anzunehmen. Dazu erklärt Holger Schwannecke, Generalsekretär des Zentralverbandes des Deutschen Handwerks (ZDH):
„Die EU-Abgeordneten haben am Mittwoch ein gutes Abstimmungsergebnis erzielt.
Nachgelagerte Marktteilnehmer werden vor unnötiger Bürokratie bewahrt. Sie müssen weder Prüfungen durchführen noch Referenznummern sammeln und weiterreichen. Richtigerweise liegt die Pflicht hier beim Erstinverkehrbringer, also dem Unternehmen, das das Produkt zuerst auf den Markt gebracht hat.
Die nun vorgesehene Verschiebung des Anwendungszeitpunkts der Entwaldungsverordnung um ein Jahr bis zum 30. Dezember 2026 gibt den verpflichteten Unternehmen und ihren Zulieferern die notwendige Zeit, um sich seriös auf die neuen Anforderungen vorzubereiten und sie verlässlich umzusetzen.
Zudem soll die Kommission nach dem Parlamentsvotum bis April 2026 weitere Vereinfachungen prüfen. Das ist notwendig und sinnvoll, denn der Rechtsrahmen ist hoch komplex. Behörden und Wirtschaft gewinnen damit Spielraum für eine gründliche Bewertung der neuen Vorgaben.
Jetzt müssen die Trilogverhandlungen zügig abgeschlossen und das Änderungsgesetz noch vor Jahresende verabschiedet werden.“
Quelle: ZDH
Foto: Henning Schacht
„Direkt ist besser!“ – Eine Kampagne, die das lokale Handwerk stärkt
12/1/2025Das lokale Handwerk ist mehr als ein Dienstleister, es ist ein zentraler Teil unserer Gesellschaft. Mit der Kampagne „Direkt ist besser!“, einer Initiative der GRÜN Handwerk Digital GmbH, angeregt vom Innungshandwerk, wird genau das sichtbar gemacht: die besondere Stärke des direkten Kontakts zwischen Handwerksbetrieben und ihren Kundinnen und Kunden. Warum direkte Nähe im Handwerk so wichtig ist
In einer Zeit, in der digitale Wege, Portale und Callcenter zum Alltag gehören, zeigt die Kampagne, wie wertvoll persönliche Nähe bleibt. Gemeint ist dabei keine Abkehr von der Digitalisierung – im Gegenteil: Digitale Tools erleichtern den Alltag vieler Betriebe. Doch die Kernkompetenz des Handwerks liegt weiterhin im persönlichen Austausch, in individueller Beratung und in maßgeschneiderten Lösungen, die nur ein lokaler Betrieb bieten kann.
Die direkte Interaktion schafft Vertrauen, sorgt für klare Kommunikation und führt zu Ergebnissen, die perfekt zu den Bedürfnissen der Kundschaft passen. Genau das macht das lokale Handwerk unverzichtbar.
Ziele der Kampagne „Direkt ist besser“Die Initiative verfolgt klare Schwerpunkte – und alle stärken das Handwerk vor Ort:
Vertrauen fördern: Nähe schafft Bindung und langfristige Kundenbeziehungen.
Qualität sichern: Persönliche Absprachen führen zu besseren Ergebnissen und hoher Zufriedenheit.
Region stärken: Lokale Handwerkerinnen und Handwerker sind wichtige Teile unserer Gemeinschaft und lokalen Wirtschaft.
Damit unterstützt die Kampagne nicht nur einzelne Betriebe, sondern das gesamte regionale Handwerk nachhaltig.
Unterstützung für Handwerksbetriebe – Materialien & ToolsDamit Betriebe die Botschaft „Direkt ist besser!“ aktiv nutzen können, stehen zahlreiche Materialien zur Verfügung. Der Webshop bietet eine breite Palette an Werbe- und Kommunikationsmittel, die sich für Betriebe jeder Größe eignen:
- Plakate zur Sichtbarkeit im lokalen Umfeld
- Aufkleber zur einfachen Wiedererkennung der Botschaft
- Kleine Werbegeschenke als Zeichen persönlicher Wertschätzung
- Bild- und Textbausteine für Social Media und Websites
- Online-Materialien, die die Kommunikation erleichtern
So können Innungen, Kreishandwerkerschaften und Betriebe ihre regionale Präsenz gezielt stärken.
Direkter Kontakt – digital unterstützenWichtig: Die Kampagne versteht sich nicht als Gegenbewegung zur Digitalisierung. Digitale Lösungen, wie sie auch auf DasHandwerk.de genutzt werden, bleiben weiterhin essenziell. Sie schaffen Reichweite, Sichtbarkeit und Effizienz.
"Direkt ist besser!" ergänzt diese digitalen Angebote, indem es den Fokus auf das legt, was kein Portal ersetzen kann: den persönlichen Austausch zwischen Menschen.
Genau diese Kombination macht modernes Handwerk stark.
Mitmachen und Teil der Bewegung werdenAlle Handwerksbetriebe, von Innungen bis zu kleinen Werkstätten, sind eingeladen, die Botschaft zu verbreiten und zu zeigen, wie wichtig die Nähe zu ihrer Kundschaft ist.
Wer mitmachen möchte, findet alle Informationen, Materialien und Teilnahmeoptionen direkt auf der Kampagnenseite: www.direktistbesser.de
Digital-Omnibus: Data Act darf nicht geschwächt werden!
11/21/2025Am 19. November hat die EU-Kommission ihren Vorschlag für den digitalen Omnibus vorgestellt. Sorge bereitet die angekündigte Möglichkeit für Hersteller, Daten zurückhalten zu können. Dazu erklärt ZDH-Generalsekretär Holger Schwannecke:
„Vereinfachungen im digitalen Regelwerk unterstützen wir. Aber wichtige rechtliche Rahmenbedingungen für den fairen Wettbewerb in der Wirtschaft, wie der Data Act, dürfen nicht aufgeweicht oder ausgehöhlt werden. Unverzichtbar für Handwerksbetriebe ist ein fairer Datenzugang. Insoweit sehen wir die begleitende Data Union Strategy kritisch.
Trotzdem können die wirklichen Vereinfachungsmaßnahmen im KI-Omnibus-Paket Handwerksbetrieben mehr Rechtssicherheit geben: Daten sollen nur dann als personenbezogen gelten und damit geschützt sein, wenn ein Betrieb einen Kunden dadurch identifizieren kann. Das dürfte die alltägliche, unbedenkliche Datenverarbeitung in Handwerksbetrieben erleichtern.
Die Data Union Strategy stellt zudem klar, dass bei Künstlicher Intelligenz (KI) das berechtigte Interesse künftig als Rechtsgrundlage für das Training, die Entwicklung und die Evaluierung von KI-Modellen herangezogen werden kann. Damit wird auch die Nutzung wenig riskanter KI-Anwendungen im Handwerk vereinfacht.“
Quelle: ZDH
Foto: Henning Schacht
Omnibus 1: Handwerk setzt sich in drei zentralen Punkten durch
11/17/2025Am 13. November hat das Plenum des Europäischen Parlaments seine Position zu den Gesetzgebungsvorschlägen zu CSRD und CSDDD im Rahmen des Omnibus 1-Entlastungspakets verabschiedet. Dazu erklärt ZDH-Generalsekretär Holger Schwannecke:
„Die nun erzielte Einigung greift viele Handwerksforderungen auf. Im Kern konnten wir uns in drei zentralen Punkten durchsetzen: Erstens sinkt die Zahl der berichtspflichtigen Betriebe deutlich, zweitens begrenzt der freiwillige VSME-Standard die Anfragen von berichtspflichtigen Unternehmen an nicht-berichtspflichtige Betriebe und drittens stellt der verankerte risikobasierte Ansatz bei der CSDDD sicher, dass Handwerksbetriebe keine oder nur geringe Informationsanfragen treffen.
Rat und EU-Parlament müssen bis Jahresende im Trilogverfahren die entsprechenden Gesetze final beschließen, damit Handwerksbetriebe nachvollziehbare und praktikable Regeln an die Hand bekommen, anstatt bürokratische Hürdenläufe vollbringen zu müssen. Wenn das gelingt, wird immerhin das erste Omnibus-Vereinfachungspaket bis Jahresende abgeschlossen sein. Das kann aber nur der Anfang sein. Die Geschwindigkeit muss jetzt gehalten werden, auch bei den weiteren Entlastungsinitiativen.“
Quelle: ZDH
Foto: Henning Schacht
Handwerk tritt konjunkturell auf der Stelle
11/7/2025Der ZDH-Herbst-Konjunkturbericht legt offen: Die wirtschaftliche Lage bleibt angespannt, Betriebe investieren kaum, der Wohnungsbau stagniert. Es braucht Entlastungen und wirkungsvolle wirtschaftspolitische Impulse, so ZDH-Generalsekretär Schwannecke:
“Das Handwerk tritt im Herbst 2025 konjunkturell weiter auf der Stelle. Die Betriebe warten noch immer auf das Ende der konjunkturellen Tristesse. Die Zuversicht, die in weiten Teilen des Handwerks mit dem Regierungswechsel verbunden war, ist weitgehend aufgebraucht. Die Stimmung in den Betrieben bleibt gedrückt: Die aktuelle Geschäftslage wird etwas schlechter als im Vorjahr bewertet, die Erwartungen für die kommenden Monate sind verhalten. Der Geschäftsklimaindikator stagniert auf niedrigem Niveau, und weder der Export noch der private Konsum geben derzeit Impulse. Auch der Wohnungsbau, der für viele Handwerkszweige entscheidend ist, kommt einfach nicht wieder in Gang.”
“Das ist keine konjunkturelle Momentaufnahme, sondern Ausdruck tiefsitzender struktureller Probleme: Die Standortbedingungen für Handwerksbetriebe haben sich weiter verschlechtert. Die strukturellen Bremsen sind seit Jahren dieselben: überbordende Bürokratie, lange Genehmigungsverfahren, hohe Energiepreise, eine hohe Steuer- und Abgabenlast und eine unklare wirtschaftspolitische Linie mit zu geringer Mittelstandsorientierung. Dadurch verliert der deutsche Standort weiter an Wettbewerbsfähigkeit, was für das standorttreue Handwerk besonders gravierend ist, da es nicht dorthin ausweichen kann, wo die Bedingungen besser sind. Wenn die Politik die Konjunktur tatsächlich wieder in Schwung bringen will, muss sie hier ansetzen. Wir brauchen ein Belastungsmoratorium für die Betriebe, eine echte Vereinfachung bei Dokumentations- und Berichtspflichten und mehr Tempo bei der Genehmigung von Bau- und Infrastrukturprojekten. Die Rahmenbedingungen müssen endlich stimmen. Es darf nicht sein, dass Betriebe trotz hoher Nachfragepotenziale in Wohnungsbau, Energiewende und Mobilitätsinfrastruktur durch strukturelle Hemmnisse ausgebremst werden.”
“Sinkende Auftragsbestände, schwache Umsätze und eine anhaltend niedrige Investitionsneigung prägen das Bild. Betriebe investieren nur noch in das Allernötigste, weil die wirtschaftlichen Perspektiven unklar bleiben, die Unsicherheit zu groß und die finanziellen Spielräume zu eng sind. Unter solchen Bedingungen droht der notwendige Modernisierungsschub etwa in Digitalisierung, Energieeffizienz und Qualifizierung auf der Strecke zu bleiben. Gleichzeitig belasten steigende Material-, Energie- und Lohnkosten das Handwerk erheblich und das bei stagnierenden oder rückläufigen Erlösen. Wer unter diesen Bedingungen weiter investieren soll, braucht Mut und Vertrauen in stabile Rahmenbedingungen. Genau dieses Vertrauen fehlt derzeit. Hier ist die Politik gefordert: Sie muss die Investitionsbedingungen verbessern, steuerliche Anreize für Modernisierung und Digitalisierung setzen und endlich für planbare und wettbewerbsfähige Energiepreise sorgen. Auch bei den Sozialabgaben und Lohnzusatzkosten brauchen wir dringend Entlastungen, damit Betriebe Beschäftigung halten und Ausbildung weiter finanzieren können.”
“Die wirtschaftliche Lage vieler Handwerksbetriebe ist angespannt. Die wirtschaftliche Substanz von immer mehr Handwerksbetrieben ist angegriffen: Die Betriebe befinden sich auf einer wirtschaftlichen Gratwanderung mit drohendem Absturzpotenzial. Die Politik darf dieser Entwicklung nicht länger tatenlos zusehen. Wir brauchen gezielte Entlastungen: eine Senkung der Bürokratie-, Steuer- und Abgabenlast, eine deutliche Reduzierung der Sozialversicherungsbeiträge und eine kluge Energiepreisstrategie, die den Mittelstand wettbewerbsfähig hält. Die Bundesregierung muss endlich die Rahmenbedingungen schaffen, damit Handwerksbetriebe nicht nur überleben, sondern wieder investieren, wachsen und ausbilden können. Ein Land, das den Kern seiner Wirtschaft schwächt, gefährdet seine gesamte wirtschaftliche Basis.”
“Das Handwerk leidet nicht nur unter dem anhaltenden Konjunkturstillstand, sondern auch unter sich verschärfenden strukturellen Herausforderungen, die das Handwerk mit voller Wucht treffen. Die Beschäftigung geht leicht zurück, viele Betriebe suchen händeringend Fachkräfte und Auszubildende. Die demografische Entwicklung verschärft das Problem zusätzlich. Wo Personal fehlt, bleiben Aufträge liegen. Zudem springt der Wohnungsbau, der traditionell viele handwerkliche Betriebe trägt, einfach nicht wieder an. Es braucht daher eine Doppelstrategie: erstens gezielte Wachstumsimpulse für den Wohnungsbau und die Bauwirtschaft, etwa durch eine Reform der Förderprogramme, eine Beschleunigung der Genehmigungsverfahren und eine Senkung der Baukosten. Zweitens braucht es eine Fachkräfteoffensive, die Fachkräftesicherung und Wachstum zusammendenkt. Nötig sind eine flächendeckende Berufsorientierung, eine gleichwertige Unterstützung beruflicher und akademischer Bildung sowie Investitionen in die berufliche Bildungsinfrastruktur. Gleichzeitig muss die qualifizierte Zuwanderung stärker pragmatisch und unbürokratisch gestaltet werden, damit die Betriebe die Fachkräfte gewinnen können, die sie brauchen. Nur wenn die Politik jetzt entschlossen handelt, kann das Handwerk seine Rolle als Wachstumsmotor, als Ausbilder und als Modernisierungspartner Deutschlands wieder voll ausfüllen.”
Quelle: ZDH
Foto: Henning Schacht
Wir stellen ein! – Verwaltungssachbearbeitung (m/w/d)
11/7/2025
Vereinigte Kreishandwerkerschaft Düren – Euskirchen – Heinsberg
VERSTEHEN · BÜNDELN · HANDELN
Geschäftsstelle Geilenkirchen
Verwaltungssachbearbeitung (m/w/d)
Start: nächstmöglich · Vertrag: unbefristet · Voll- oder Teilzeit möglich
Die Vereinigte Kreishandwerkerschaft vertritt und stärkt das regionale Handwerk. Für unsere Geschäftsstelle in Geilenkirchen suchen wir eine Verwaltungssachbearbeitung (m/w/d)
Deine Aufgaben
* Telefon, Empfang, Post und E-Mails
* Mitgliederverwaltung: Daten pflegen, Auskünfte erteilen
* Unterstützung bei Innungssitzungen (Einladungen, Protokolle, Material)
* Allgemeine Büroarbeit – da, wo’s gerade brennt
Das bringst du mit
* Kaufmännische Ausbildung oder entsprechende Berufserfahrung
* Sicherer Umgang mit MS Office (Word, Excel, Outlook)
* Sorgfalt im Umgang mit Zahlen und freundliches Auftreten
* Selbstständige, zuverlässige und teamorientierte Arbeitsweise
Wir bieten
* Eine sichere Aufgabe mit Sinn – nah am regionalen Handwerk
* Leistungsgerechte Vergütung
* 30 Tage Urlaub + arbeitsfrei an Heiligabend, Silvester und Rosenmontag
* Gründliche Einarbeitung und feste Ansprechperson im Team
* Kurze Wege, kollegiale Atmosphäre und gutes Miteinander
Bewerbung
Bitte sende kurzes Anschreiben und Lebenslauf per E-Mail an:
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